Angelus Silesius dichtete im 17. Jahrhundert in seinem als Kirchenlied vertonten Text "Morgenstern der finstern Nacht":
"Schau, dein Himmel ist in mir,
er begehrt dich, seine Zier.
Säume nicht,
o mein Licht,
komm, komm, eh der Tag anbricht.".
Der Himmel, der Wohnort Gottes, in mir und in jedem anderen Menschen - auch in denen, die ich nicht mag, vielleicht gar in jeder Kreatur? Kann ich das glauben? Und welche Konsequenzen hat oder hätte das für mein Leben, für meine menschlichen Beziehungen, für meine Beziehung zu Gott?
Zugleich spricht Angelus Selesius von der Sehnsucht, dem Begehren nach Gottes Gegenwart in sich.
In dieser Spannung zwischen dem Vertrauen auf Gottes Gegenwart in uns und der Sehnsucht nach seiner fühlbaren Nähe steht und entfaltet sich unser Glaube.
In den Schriftlesungen zum Fest Christi Himmelfahrt, das wir am 14. Mai feiern, wird diese Spannung zwischen dem "schon" und "noch nicht" deutlich.






