Immer wieder ist Jesus auf die Menschen an den Rändern der Gesellschaft zugegangen, auf die Menschen, die von ihren Mitmenschen nur ungern gelitten waren, lieblos behandelt und ausgegrenzt wurden. Er wandte sich denen zu, die sie sich aufgrund einer Behinderung oder Erkrankung nicht in die Gesellschaft einbringen konnten und die man als von Gott bestraft und verworfen ansah. Er ging auf Aussätzige zu, die die Gesellschaft aus Angst vor Ansteckung ausgeschlossen und für tot erklärt hatte. Er aß und trank mit Menschen, die sie sich selbst durch ein Fehlverhalten aus der Gesellschaft ausgegrenzt hatten. All diesen Menschen schenkte Jesus Aufmerksamkeit, sah sie an und gab ihnen dadurch Ansehen, holte sie in die Gesellschaft zurück - liebevoll, ohne Berührungsangst, ohne die Angst, etwas Negatives, Schädliches könnte von ihnen auf ihn übergehen. Seine Liebe ging so weit, dass er bei seiner Kreuzigung sogar noch für seine Peiniger betete.
Welchen Menschen schenke ich Aufmerksamkeit? Wem wende ich mich zu? Wem mache ich die liebevolle Sorge Gottes durch mein Interesse, meine Anteilnahme, meine Hilfe erfahrbar?
Vermutlich ist da bei uns allen noch viel Luft nach oben. Doch es geht nicht darum, immer allen gerecht zu werden - das würde uns schlicht überfordern - sondern darum, uns immer neu an der Haltung Jesu zu orientieren und so nach und nach in eine liebevollere Grundhaltung hineinzuwachsen.
Ein Beispiel für einen kleinen Schritt in diese Richtung ist der Communio-Kreis an St. Mariä Empfängnis. Die 8 Gemeindemitglieder, die sich dort zusammengefunden haben, versuchen für Menschen da zu sein, die aufgrund ihres Alters oder einer Krankheit nicht mehr in die Kirche kommen können, und ihnen ein wenig Zeit zu schenken - mit einem offenen Ohr, der Hauskommunion, einem monatlichen Gottesdienstangebot im St. Anna-Stift. Und sie möchten, z.B. bei der „Tasse danach“, der monatlichen Gemeindebegegnung nach der 12-Uhr Messe, Menschen dieser Gottesdienstgemeinde unabhängig von Ihrer Herkunft, ihrem Alter, ihrem Bildungsstand, ihrer gesellschaftlichen Anerkennung und ihrer Religions- oder Konfessionszugehörigkeit miteinander in Kontakt bringen. Denn nur, wenn wir umeinander wissen, können wir füreinander da sein und einander ein wenig von der Liebe Gottes bezeugen.
Ein weiteres Beispiel ist die FirminusKlause der Franziskaner, in der sich Menschen haupt- und ehrenamtlich dafür einsetzen, dass Menschen, deren Einkommen aus unterschiedlichen Gründen nicht zum Leben reicht, an fünf Tagen in der Woche eine kostenlose Mahlzeit erhalten.
Ein drittes Beispiel ist das Empfangsteam der Marienkirche, die Besucher und Besucherinnen unserer Kirche haben, ganz gleich ob sie als Betende, Ruhe Suchendedessen ehrenamtliche Mitglieder dazu beitragen, dass die Kirche geöffnet bleiben kann, und ein Ohr für , Hilfsbedürftige oder Touristen kommen.






